2 Nov

Rechnungskauf im Shop? Aber sicher!

diskrete Bonitätsprüfung – wie Bigdata Zahlungsausfälle minimieren kann

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Der digitale Handel legt weiter zu. Für manchen verschieben sich nur die Kanäle für andere kommen neue Käufergruppen hinzu, die vorher nicht erreicht wurden. Für alle wächst das Risiko des Zahlungsausfalls. Während im stationären Handel der Käufer heute noch bar oder mit Karte zahlt, sind die beliebtesten Zahlungsmethoden im Internet gänzlich andere. Rechnung und Lastschrift sind aus Kundensicht perfekt. Stimmt etwas mit der Lieferung nicht, hat man den längeren Hebel, indem man nicht zahlt oder die Lastschrift zurück bucht. Das gilt im B2C und B2B gleichermaßen, das die Mechanismen die selben sind. Die Anonymität des Internets lädt immer mehr schwarze Schafe ein, die Lücken für sich kriminell zu nutzen. Wer vorsätzlich betrügen will, dem wird es in vielen Shops als zu einfach gemacht. Bei kleinen Warenkörben lohnen zuweilen keine aufwendigen Verfahren, so dass es bei Androhung rechtlicher Schritte bleibt und der Schuldner es aussitzt.

Okay, nächster. Okay, nächster. Stopp – Du nicht
Kurze Scanlernrunde, wie der Kunde zahlen darf

Dem Zahlungsausfall aktiv vorbeugen ist immer noch der beste Schutz. Das kann man als Shopbetreiber auf unterschiedliche Weise. Die Auswahl sicherer Zahlverfahren ist ein Weg. Vorkasse, PayPal und Kreditkarte sind hier die beliebtesten Zahlarten auf Betreiberseite. Viele Käufer haben oder nutzen jedoch keine Kreditkarte für den Onlinekauf. PayPal hat in Deutschland mehr als die Hälfte der Konsumenten. Jedoch ist da Verfahren längst nicht für alle Zahlungsfälle geeignet. Gewerbliche Käufe werden in größeren Unternehmen von unterschiedlichen Einkäufern getätigt, die sich kein allgemeines PayPal-Firmenkonto teilen. Zudem stellen die Belege manche Buchhaltung vor Probleme. Was passiert, wenn man ein Gut kauft, das einen Ca.-Preis hat, der fallweise variiert, weil z.B. noch exakt gewogen werden muss und sich der Preis noch exakt berechnen muss?

Der Kauf auf Rechnung wäre hier ideal. Das für beide Seiten, wenn auch das Ausfallrisiko minimierbar ist. Während man an der Verkaufstheke sein Gegenüber kennt oder taxieren kann, geschieht es im Internet automatisiert und anonym. Ohne Vorkehrungen kommt hinten der zahlungsunfähige Kunde wieder rein, den man vorne raus geworfen hat. Plötzlich hat er wieder einen Kreditrahmen, den man vorher mit gutem Grund eingeschränkt hat.

Gerade für größere Unternehmen mit Außendienst und großen Kundenstamm ein Problem, da iaR die Kunden in Kreditlimits eingeteilt sind. Dieses Scoring ist extrem wertvoll und hilft dem Unternehmen konsequent zu handeln. Eine Bestellung über einen zugesicherten Rahmen hinaus wird spätestens in der Auftragssachbearbeitung gestoppt, wenn andere Instanzen im Verkauf umgangen wurden.

Diese Form des Scorings beruht auf eigenen Daten. Neukunden haben noch keine Kaufhistorie. Der Außendienst war noch nicht vor Ort, um sich ein persönliches Bild zu machen, was hinter dem Käufer steckt.

Andere schon. In Deutschland gibt es dazu mehr Auskunftsdienste als anderswo auf der Welt. Das liegt an zapfbaren Quellen, wie Schufa, Gerichte und Nachrichtendienste, aber auch an der Deutschen Mentalität, dass man gern auf Nummer sicher geht.

Die Mechanismen gehen heute weiter, um das Netz engmaschiger machen zu können. Für Internetkriminalität muss nicht eine Privat- oder Firmeninsolvenz oder eidesstattliche Versicherung gleichsam aktenkundig sein. Zudem liefern viele Quellen nur Daten zu Personen. Im B2B sind es Unternehmen, die Vertragspartner sind. Welche handelnde Person steht dahinter? Ist der Kauf im Sinne und mit Wissen des Unternehmens getätigt? Oder kauft jemand etwas für sich privat auf Firmenanschrift?

Nicht selten haben Zahlungsstörungen ein Muster. Wer sich besonders vor Onlinebetrügereien schützen will, sollte möglichst viele valide Daten aus Online-Shops haben, um „faule Eier“ schnell genug zu erkennen.
Die Otto-Tochter EOS ist auf sichere Payments im digitalen Handel spezialisiert. Ca. 95% der deutschen Unternehmen sind erfasst und in einem Scoring-Modell bewertet. Zusammen mit den Bonitäts-Daten zu sämtlichen Bundesbürgern vom Wirtschaftsdienst Bürgel wird die Käuferseite gläsern.

Wer sich dieser Daten bedient, kann viel Unheil vorhersehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Z.B. einem bedenklich eingestuften Käufer nur ausfallsichere Bezahlarten anbieten. Also Kreditkarte und Vorkasse, statt Lastschrift und Rechnung.

Das passiert im Idealfall verdeckt im Hintergrund, so dass der Käufer nichts davon bemerkt. Die Gebühren bewegen sich auf Disagio-Niveau der Kartenanbieter, so dass es faktisch nicht mehr als bei Zahlung mit Mastercard oder Visa kostet.

Hinter den Scorings stehen Risk-Engines, die im Idealfall mit den Daten der handelnden Unternehmen zusätzlich gespeist werden. Das können Stoplisten mit Malus-Kunden sein. Zukünftig können sich diese Daten eventuell noch mit Social Scorings ergänzen. Bereits heute sammeln immer mehr Dienste Daten aus sozialen Netzwerken. Woher kommt die Person? Mit welchen Personen welcher Schichten wird verkehrt? Was ist Bildungsgrad, Status Arbeit und Wohnort? Mit welchen Geräten wird gesurft? Diese soziodemographischen Daten ergeben ebenfalls ein Bild einer Person oder eines Unternehmens.

Komplettiert werden könnte es mit Allerts. Häufen sich Meldungen von Stellenangeboten oder Pressemitteilungen von Stellenabbau? Werden Standorte neu eröffnet oder geschlossen? Die Zeit ist schnelllebig. Ein Status kann schon bald überholt sein und ein dringendes Update erfordern. In jeder Datei gibt es „False Positives“, die sich in der Zwischenzeit rehabilitiert haben. Oder andere, die ihren makellosen Index schon längst verspielt haben.

Wenn der Service-Anbieter für seine Bonitätsprüfungen ermittelte Limits garantiert, wird der Leistungsausfall zum kalkulierbaren Risiko.

One Response to Rechnungskauf im Shop? Aber sicher!

Markus Weber says: 2. November 2015 at 12:08

Wer einen Shop betreibt, wird seine persönliche Erfahrung vermutlich schon gemacht haben. Online steigt die Quote der Kunden, die man lieber nicht hätte schneller als im stationären Handel. Gegen alles kann man sich kaum schützen, doch sollte man es niemandem unnötig einfach machen. Ein verdeckter Bonitätscheck ist sein Geld allemal wert. Der Käufer bekommt nichts davon mit. Am Ende stehen ihm die Zahlarten zur Verfügung, die dem Verkäufer die nötige Sicherheit bieten, dass das Geld auch wirklich kommt.

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